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Der Botanische Garten Hamburg gestaltet seine Zukunft neu

15. Juni 2026

Der Botanische Garten Hamburg blickt mit großer Erwartung auf die anstehende Sanierung der historischen Schaugewächshäuser am Standort Dammtor. Diese Gewächshäuser, die bereits 1963 zur Internationalen Gartenbauausstellung eröffnet wurden, sind heute denkmalgeschützt und nach über 60 Jahren dringend sanierungsbedürftig. Bis zu ihrer Schließung erfüllten sie eine zentrale Aufgabe in der Bildungsarbeit des Gartens, da sie Besucherinnen und Besuchern Einblicke in unterschiedliche Klima- und Vegetationszonen der Erde ermöglichten.

Im Zuge dieser umfassenden Sanierung wird im Freigelände in Klein Flottbek – dem Loki-Schmidt-Garten, dem heutigen Hauptstandort des Botanischen Gartens – ein neues Gewächshaus errichtet. Der Garten umfasst rund 24 Hektar und gehört zu den größten und bedeutendsten botanischen Anlagen Deutschlands. Das neue Gewächshaus dient zunächst als Ausweichquartier: Die Pflanzen aus den verschiedenen Klimazonen der Schaugewächshäuser am Dammtor werden dort für die Dauer der Bauarbeiten untergebracht. Diese Zwischenlösung ist notwendig, um die empfindlichen Sammlungen zu schützen, während die denkmalgerechte Sanierung über einen Zeitraum von etwa drei Jahren erfolgt. Nach Abschluss der Bauarbeiten sollen die Pflanzen im Rahmen eines überarbeiteten Pflanzkonzepts an ihren ursprünglichen Standort zurückkehren.

Parallel dazu werden die neu errichteten Gewächshäuser in Klein Flottbek langfristig weiterentwickelt und ausgebaut. Perspektivisch sollen sie ebenfalls öffentlich zugänglich gemacht werden. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf wissenschaftlichen Pflanzensammlungen, die bislang überwiegend in nicht öffentlich zugänglichen Bereichen kultiviert werden. Diese sogenannten Sammlungsgewächshäuser beherbergen botanisch bedeutende Sammlungen von spezialisierte Pflanzengruppen wie Bromelien, Amorphophallus oder Espeletien.
Der Neubau der Gewächshäuser geht mit umfassenden Veränderungen im Freigelände einher und macht eine teilweise Neustrukturierung des Gartens erforderlich. In diesem Zuge mussten einige besonders attraktive Bereiche geschlossen oder grundlegend umgestaltet werden. Gleichzeitig ist es gelungen, einen Großteil der Pflanzen in andere Bereiche des Gartens zu integrieren, sodass die botanische Vielfalt weitgehend erhalten bleibt.

Bereits 2025 wurde der bisherige Giftgarten in einen neu konzipierten Apothekergarten überführt. Dieser widmet sich der Geschichte der Heilpflanzen und ihrer Anwendung und veranschaulicht eindrucksvoll die Bedeutung von Pflanzen in der Medizin über die Jahrtausende hinweg. Ein Rundgang durch verschiedene thematisch gestaltete Beete zeichnet die Entwicklung der Pflanzenverwendung von der Antike bis in die Gegenwart nach. Ein weiteres Beispiel für die konzeptionelle Weiterentwicklung ist die Salbeisenke: Sie soll im Jahr 2026 als neu gestaltetes „Salbeital“ mit überarbeitetem inhaltlichen Ansatz wiedereröffnet werden. Die frei gewordene Fläche des ehemaligen Giftgartens ist für die Verlagerung und Neukonzeption des Bibelgartens vorgesehen. Künftig soll dieser nicht nur Pflanzen mit Bezug zum Christentum zeigen, sondern auch die gemeinsamen kulturellen und botanischen Wurzeln mit dem Judentum und dem Islam thematisieren. Ziel ist es, sowohl Gemeinsamkeiten als auch Unterschiede sichtbar zu machen und damit einen interkulturellen Zugang zur Pflanzenwelt zu schaffen.

Allerdings steht die Umsetzung dieses ambitionierten Projekts derzeit unter Vorbehalt. Aufgrund erheblicher Stellenkürzungen infolge städtischer Sparmaßnahmen fehlen aktuell die notwendigen personellen und finanziellen Ressourcen. Dennoch besteht die Hoffnung, das Konzept zu einem späteren Zeitpunkt bei gesicherter Finanzierung wieder aufgreifen und realisieren zu können.

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