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Appalachen-PanoramaTrilliumUnser Hamburger Garten unterhält eine umfangreiche Sammlung nordamerikanischer Pflanzen, die ständig ausgebaut und erweitert wird. Besondere Schwerpunkte dieser Sammlung sind Pflanzen der Prärie,  alpine Polsterstauden der Rocky Mountains und die Pflanzenwelt des östlichen Nord-Amerikas, besonders der Appalachen. Dieses bewaldete Mittelgebirge erstreckt  sich über eine Länge von über 2400 Kilometer von Kanada bis in die US-Bundesstaaten Alabama und Georgia. Neben dem Vorkommen zahlreicher Vertreter der Heidekrautgewächse (Ericaceae) sind diese Wälder vor allem  für eine Vielzahl von Frühjahrsblühern, wie Goldsiegel (Uvularia), Haselwurz (Asarum) oder Dreiblatt (Trillium) bekannt. Im Botanischen Garten Hamburg sind derzeit 22 der ca. 45 bekannten Trillium-Arten in Kultur und wir sind bemüht, diese Sammlung weiter auszubauen. Dementsprechend wollten wir auf unserer diesjährigen Reise möglichst viel Wissen über die gärtnerische Kultur der Gattung Trillium sammeln und möglichst viele der dort vorkommenden Arten zur Blütezeit an ihren Naturstandorten aufsuchen. Des Weiteren hat uns natürlich auch interessiert, wie der Botanische Garten Clemson „aufgestellt“ und strukturiert ist. Unsere Erwartungen, zu allen genannten Punkten, wurden mehr als erfüllt!

Cypripedium acaule Leiophyllum buxifolium Unsere kleine Reisegruppe landete am 26. April in Atlanta (Georgia), wo wir einen Mietwagen übernahmen und sofort in das Städtchen Clemson (South Carolina) weiterfuhren. Hier trafen wir uns mit Patrick MacMillan und hatten an den ersten zwei Tagen Gelegenheit, den Garten kennenzulernen und hinter die Kulissen zu schauen. Der fast 120 Hektar große Garten ist unterteilt in verschiedene formale Abteilungen, sowie in naturnahe Habitate, die die verschiedenen Pflanzengesellschaften der Südstaaten zeigen. Abgerundet wird die Anlage durch einen Gartenshop, Restaurants, ein Hotel, sowie verschiedene Konferenz- und Seminarräume. Der nicht für die Öffentlichkeit zugängliche Anzucht- und Gewächshaubereich, ist den Gärtnern, Wissenschaftlern und Studenten vorbehalten.

Trillium erectum cremeroseTrillium undulatumNach den beiden Tagen im Botanischen Garten sind wir dann zu unserer ersten Exkursion in das Wadakoe Mountain Heritage Preserve aufgebrochen. Hier haben wir auch unsere ersten Waldlilien am Naturstandort gesehen! Dabei handelte es sich um Trillium simile und T. simile var. atropurpurea. Aber natürlich kamen dort auch andere interessante Pflanzen wie Schirmblatt (Diphylleia cymosa), Waldrittersporn (Delphinium tricorne) oder Bodenlorbeer (Epigea repens) vor, die wir auch in Hamburg kultivieren, aber noch nie in der Natur gesehen hatten.  An den nächsten Tagen wurden verschiedene Plätze  in North- und South Carolina angefahren, um dort große Vorkommen von Trillium vaseyi,  T. erectum oder T. rugellii zu inspizieren. Diese drei Arten waren gerade in voller Blüte und wir haben ganze Waldhänge gesehen, die mit ihnen und anderen Frühjahrsblühern, wie Lilien, Orchideen und Tränenden Herzen bedeckt waren. Neben den üblichen Botanisier-Stopps am Straßenrand, haben wir auf diese Weise in der ersten Woche neun verschiedene Standorte aufgesucht und sind ca. 1200 Kilometer gefahren. Zu den absoluten Highlights gehörten dabei große Bestände von Trillium undulatum und Trillium rugellii (in vier verschiedenen Farben!),  der Sumpf-Scheinnelke (Helonias bullata) und Haselwurz (Asarum shuttleworthii) in Pink Beds  (Transylvania County /NC), sowie die riesigen Standorte von Trillium erectum in den unterschiedlichsten Farben und Formen am Blue Ridge Parkway (Buncombe County/North Carolina).

Phacelia fimbriataPedicularis canadensisAm Wochenende erwartete uns dann ein weiterer Höhepunkt, mit dem wir so nicht gerechnet hatten. Wir wurden eingeladen, an einer Spendengala für den Botanischen Garten teilzunehmen. Am Samstagabend trafen sich Spender und Förderer  des Gartens und nach diversen  Reden, u.a. vom Senator von South Carolina (Lindsey Graham) und dem Präsidenten der Universität Clemson (James P. Clements) wurde der Abend mit einem großen Buffet, Musik, Tanz und netten Gesprächen beendet.  Die Fundraising-Veranstaltung war für den Garten ein voller Erfolg und ist von privater Seite für die nächsten zwei Jahre ausfinanziert!

In der zweiten Woche ging es auf eine mehrtägige Exkursion in die Grandfather und Yellow Mountains. Abermals standen die Waldlilien im Vordergrund und wir sahen Vorkommen von dunkelrosa blühenden Trillium grandiflorum, verschiedene Standorte von T. lanceolatum, unterschiedlichste Formen von T. discolor und ganz dunkle Typen von T. sulcatum und T. cuneatum! Auch in dieser Woche haben wir mehr als 1100 Kilometer zurückgelegt und sind dabei mehr als 10 Standorte angefahren. Erst jetzt wurde uns so langsam bewusst, dass unser Exkursionsleiter fast immer ganz besondere Standorte ausgesucht hatte, an denen die Pflanzen entweder farblich sehr variabel waren, sich durch besonders große Blüten auszeichneten, oder in Bereichen vorkamen, die es in ein paar Jahren wohl nicht mehr geben wird!
In den letzten Tagen hatten wir dann Gelegenheit, noch einmal die Anzuchts- und Sammlungsgewächshäuser zu begutachten und uns mit den Kollegen in Clemson auszutauschen. Des Weiteren durften wir verschiedene Trillium-Arten und -Typen, aus dem South Carolina Botanical Garden, mit nach Hamburg nehmen! Das Präparieren und Verpacken der Rhizome dauerte, auf Grund der Vielzahl der Pflanzen eine ganze Weile, aber der Aufwand hat sich  gelohnt! Alle Pflanzen, die wir vom Botanischen Garten Clemson geschenkt bekamen, haben überlebt.

Diese Reise war für uns persönlich, aber auch für den Loki-Schmidt-Garten, ein voller Erfolg und wird definitiv dazu beitragen, dass die Amerika-Abteilung in den nächsten Jahren noch attraktiver und  umfangreicher wird! Ganz besonders möchten wir uns bei der Stiftung Internationaler Gärtneraustausch bedanken, die mit ihrer finanziellen Unterstützung, die Reise erst möglich gemacht hat.

[DISA 03.2016, PDF, Text: Nils Kleissenberg und Frederic Gilbert]

 

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